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Lebensfreude – Versuch einer Definition
Lebensfreude: Was ist Freude am Leben?
Zyniker würden die Frage so beantworten: „Die Freude darüber, dass man noch nicht tot ist.“ Wirklich sehr zynisch.
Catharina Elisabeth Goethe, die Mutter des Dichterfürsten, scheint ein sonniges Gemüt gehabt zu haben und konnte dem Leben, wie es sich auch immer darstellte, die positiven Seiten abgewinnen. Von ihr nämlich ist die Aussage überliefert: „Ich freue mich des Lebens, suche keine Dornen, hasche die kleinen Freuden. Sind die Türen niedrig, so bücke ich mich. Kann ich den Stein aus dem Weg räumen, so tue ich es; ist er zu schwer, so gehe ich um ihn herum – und so finde ich alle Tage etwas, das mich freut. Und der Schlussstein, der Glaube an Gott, der macht mein Herz froh, mein Angesicht fröhlich.“
Lebensfreude ist individuell
Über Lebensfreude und Lebenskunst gibt es sehr viele Texte und Lieder. Ja, auch dieser Beitrag soll zu Ihrer Lebensfreude beitragen. Lebensfreude aber ist individuell. Was mir gefällt, kann Sie langweilen, vielleicht lehnen sie es sogar ab. So unterschiedlich sind die Menschen eben.
Doch nun zu einer ganz wichtigen Frage: „Was aber ist Freude?“ Wir wissen, dass wir der Freude nicht, ebenso wenig wie dem Glück, hinterher laufen können. Wahrscheinlich würden wir vor Erschöpfung zusammenbrechen und weder Lebensfreude noch Glück jemals erreichen. Man kann zwar einem „Vergnügen“ nach dem anderen nachjagen, aber ob diese Vergnügen uns tatsächlich echte Lebensfreude bereiten, ist nicht sicher.
Lebensfreude ist eine Tugend?
Thomas von Aquin, fragte sich: Ist die Freude eine Tugend? Seine Antwort: Nein, die Freude ist keine Tugend, die erworben und durch Übung entwickelt wird. Man kann nicht einfach sagen: ,,Jetzt will ich fröhlich sein und glauben, es sei gelungen, weil ich mich zwinge, bei guter Laune zu sein. Die Freude ist die Blüte und Frucht einer Tugend, nämlich der Liebe. Freude setzt eine gewisse Liebe voraus und entspricht auch der Liebe. Die kleinen Freuden des Alltags entsprechen den Arten der Liebe und Zuneigung. Wir können an Gesundheit, an Sport und Spiel, an gutem Essen und Trinken, an einem Geschenk, an Blumen und Landschaften und Ähnlichem Freude haben. Eine noch ergiebigere Quelle der Freude ist die Gemeinschaft mit Menschen, die wir lieben und die uns lieben.“
Wo aber ist die Lebensfreude letztlich verankert? Frau Goethe war sicherlich eine sehr religiöse Frau, denn sie sagt: ,,Der Glaube an Gott, der macht mein Herz froh, mein Angesicht fröhlich.“ Ob Sie nun an einen Gott glauben oder nicht, die Freude am Leben unterscheidet sich auch nach der Veranlagung und den Lebensumständen der einzelnen Menschen. Nicht jeder Mensch ist eine sonnige Frohnatur. Und nicht jedes Leben kann immer nur aus ,,Freude, Friede, Eierkuchen“ bestehen. Wichtig ist die positive Einstellung des einzelnen Menschen zum Leben. Diese kann man erlernen, auch wenn sie einem nicht in die Wiege gelegt wurde.
Lebensfreude360 15.10.2010, 13.54
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"Lebensfreude stärkt unsere Stärken und schwächt unsere Schwächen."
Ernst Ferstl
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